PRESSE-BERICHTE
70 GRAD CELSIUS IM INNEREN
Holzwurm-Einsatz in St.-Antonius-Kirche vor Ende
at Bispingen. Die Tür geht auf und den unbedarften Besucher trifft ein Schlag, besser gesagt ein Hitzeschlag. Ähnlich wie in einer Großraumsauna - nur bedeutend größer - ist es derzeit in der St.-Antonius-Kirche in Bispingen. Um die Wärme in das Gebäude zu blasen, durchziehen wie riesige Schlangen großvolumige Schläuche das Kircheninnere. Rund 70 Grad Celsius werden im unteren Bereich so erreicht, auf Höhe der Emporen seien es noch einmal zehn Grad mehr, erklärt Hans Schülke von der Firma IRT Innovative Restaurierungstechnik. Legt man die Hände auf die kirchenbänke oder sogar an die Außenwand, wird deutlich, wie tief die Wärme eingedrungen ist. I Und das ist wichtig. Denn wirklich alle Holzwürmersollen mit dem Einsatz vernichtet werden (BZ vom 11. Mai). Dazu sind eigentlich nur rund 55 Grad Celsius notwendig. Aber um in alle Holztiefen vorzustoßen, muss die Luft eben noch stärker erhitzt werden - und das über eine längere Zeit. Ob der Einsatz Erfolg hat, wird penibel per Fühler gemessen und per Computer notiert. Kontrolliert wird ebenso, ob die „Verpackung" der Orgel der Hitze wiedersteht. Wie IRT-Mitarbeiter Hubert Herbert erläuterte, sind hinter der doppelschichtigen Dämmung aber höchstens acht Grad mehr als im Freien.
Allerdings soll nur noch heute das Gebäude per Heißluft geheizt werden. Schon am Abend soll das Innere per kühler Luft langsam wieder auf Normaltemperatur gebracht werden, damit sich kein Holz verzieht und keine sonstigen Schäden entstehen. Die Kirchengemeinde plant im Anschluss der Holzwurm-Aktion, die Kirchenbänke zu sanieren. Dazu werden sie abgeschliffen und neu gestrichen. Bis diese Arbeiten fertig sind, bleibt die Orgel eingepackt. Denn nichts sei schädlicher für das Instrument als der Holzstaub, erklärte kürzlich Orgelrevisor Reinhard Gräler von der Landeskirche.


